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Die Baubranche der Zukunft: Diese vier KI-Lösungen unterstützen die Transformation

Geschrieben von Manon de Heus | 21.10.2022 16:03:06

Wie sieht unser Land in Zukunft aus? Werden unsere Städte immer smarter? Wird es genügend bezahlbaren Wohnraum geben? Sind unsere Gebäude schon bald energieneutral? Oder wird es richtig utopisch und leben wir irgendwann in Living Buildings: CO2-neutrale Häuser, die grünen Hügeln ähneln? 

Es ist schwer zu sagen, wie die Architektur der Zukunft aussehen wird. Der Bausektor kämpft nämlich mit u. a. steigenden Baukosten, knappen Ressourcen, einem Fachkräftemangel, einem zu geringen Einsatz von IoT-Technologien sowie mit zunehmenden Anforderungen bezüglich Sicherheit, Qualität und klimaneutralem Bauen. 

Wenn keine Lösungen für diese Herausforderungen gefunden werden, bleibt der Produktivitätszuwachs so gering wie in den letzten Jahrzehnten. Das ist schlichtweg keine Option, denn die Weltbevölkerung wächst und auch die weltweite Verstädterung geht unvermindert weiter.

In diesem Artikel erklären wir, warum eine digitale Transformation in allen Bereichen der Branche notwendig ist und wie Künstliche Intelligenz das Bauwesen voranbringen kann.

KI im Bauwesen: die Digitalisierung des Asset Managements

Um die Werterhaltung und -optimierung von Immobilieninvestitionen zu ermöglichen, ist eine intensive Rundumbetreuung erforderlich. Die Verträge und Prozesse, die im Eigentümerinteresse gesteuert werden, müssen verwaltet und regelmäßig überarbeitet werden. Das kann viel Zeit kosten, erst recht, wenn noch keine wirkliche Digitalisierung stattgefunden hat. 

Außerdem sind immer mehr externe Dienstleister involviert, um Antworten auf die wichtigen Fragen der aktuellen Zeit zu geben: Ist ein Anschluss an das Fernwärmenetz möglich? Wird eine Solar- oder Photovoltaikanlage auf dem Dach vom Denkmalschutzamt genehmigt? 

Der Dokumentenberg wächst so immer weiter und ein größerer Aktenschrank von IKEA ist schon längst keine Lösung mehr. Künstliche Intelligenz im Bauwesen kann helfen, die mühsame Digitalisierung des Sektors zu beschleunigen.

Praxisbeispiel: effektiveres Datenmanagement bei der Deka

Ein starkes Wachstum, mehr externe Dienstleister und die Verwaltung von über 200.000 Dokumenten pro Jahr stellten die Deka vor große Herausforderungen. Der altmodische Austausch per Post, E-Mail oder USB-Stick konnte mit dem umfangreichen und immer komplexeren Informationsstrom nicht mehr Schritt halten. 

Mit der KI-Lösung DELPHI von Architrave schaffte die Deka es, alle wichtigen Dokumente digital und an einem zentralen Ort abzulegen und so zwölf Schritte der manuellen Bearbeitung zu ersetzen. Von großem Wert für das Unternehmen ist außerdem die Möglichkeit, Daten zu extrahieren und diese mit Informationen aus anderen Systemen zu verknüpfen. Bezüge zwischen den zahlreichen Dokumenten, Mietverträgen und Mietern werden so schneller sichtbar und die Asset Manager können sich wieder auf das Wesentliche fokussieren: das Managen von Assets statt Dokumenten.

Ab 2022 wird DELPHI auch für die englischsprachige Dokumentation eingesetzt. Die Deka zeigt damit, dass sie Zukunft versteht: Die Digitalisierung der deutschen Immobilienbranche ist erforderlich, um erfolgreich zu sein in einer Welt, die immer schneller und digitaler wird. Und wo es Hardcopies und Sticks bald ausschließlich im Museum gibt.

Vorteile auf einen Blick

KI-Lösungen wie DELPHI unterstützen die zeitgemäße Gestaltung des Asset Managements:

  • Zeitersparnis: Dokumente werden automatisiert abgelegt
  • Bessere Qualität der Dokumentationen: Fehler werden vermieden
  • Steigerung der Produktivität: Dokumente aus verschiedenen Systemen werden automatisch verknüpft

Bau 4.0: der Architekt der Zukunft

In den nächsten dreißig Jahren werden die Städte der Welt um mehr als 2 Milliarden Menschen wachsen. Um dieses Wachstum zu bewältigen, müsste jede dritte Woche ein neues Berlin gebaut werden – aber bitte mit mehr Radwegen als das Original. Wie realistisch ist dieses Szenario, wenn es über vierzehn Jahre dauert, einen einzelnen Flughafen fertigzustellen? 

Neue Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeigen, dass die Architektur der Zukunft wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfüllen kann, ohne dabei ihre schöpferische Freiheit aufgeben zu müssen. Ein inspirierendes Vorbild ist Spacemaker AI, das Immobilien-Projektentwickler und Architekten mithilfe von 3D-Modellen bei der Standortplanung unterstützt.

Praxisbeispiel: lebenswertes Arbeiten in Münster

In Münster wird ein 25.000 Quadratmeter großes, brachliegendes Gelände in einen grünen Stadtteil mit Büros, Restaurants und Kinderbetreuung verwandelt. Autos soll es keine geben, nur Fußgänger und Radfahrer. Das innovative Projekt heißt rob17 und die zuständigen Architekten haben Spacemaker AI von Anfang an eingesetzt, um die verschiedenen Bauszenarien zu simulieren. 

Eine wichtige Rolle spielte die Echtzeitanalyse von bis zu hundert Kriterien, die einen nachgewiesenen Effekt auf die Lebensqualität haben. Die Echtzeitanalyse zeigte u. a., wie ein Gebäude positioniert und ausgerichtet sein muss, um unerwünschte Windkanäle zu verhindern, Verkehrslärm zu minimieren und einen möglichst freien Blick auf den Dortmund-Ems-Kanal zu bieten. Bei der Planung des Parks kam Spacemaker ebenfalls zum Einsatz und es konnten optimale Bedingungen für Licht- und Lautstärke stimmt werden.

Für die Baubranche der Zukunft bedeuten KI-Lösungen wie Spacemaker eine Chance, um lebenswerte Städte mit genügend Raum für modernes Wohnen und Arbeiten zu schaffen. Vielleicht nicht in drei Wochen, aber auf jeden Fall schneller und besser als herkömmliche Methoden.

Vorteile auf einen Blick

Spacemaker leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Architektur der Zukunft:

  • Schnelleres, besseres und kreativeres Planen und Bauen, unter Berücksichtigung lokaler Vorschriften
  • Höhere Wertsteigerung dank Standortoptimierung
  • Besseres Teamwork, indem alle Planungsbeteiligten an einem 3D-Modell und auf einer einzigen Plattform arbeiten

Immobilienentwickler: bessere Grundstücke und Objekte dank KI

Immobiliendaten sind oft schwer zu handhaben. Sie stammen von zahlreichen Behörden und werden in den unterschiedlichsten Formaten geliefert. Erst recht in Deutschland, wo die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft nicht besonders weit fortgeschritten ist.  

Hinzu kommt, dass die unterschiedlichen Akteure auf dem Immobilienmarkt ganz unterschiedliche Daten benötigen. Für einen Immobilienentwickler sind z. B. Informationen relevant, die ihm dabei helfen, attraktive Standorte zu erkennen und entsprechende Gebäudekonzepte zu entwickeln. Und das bitte schnell, denn Märkte wie München, Hamburg oder Berlin sind heiß umkämpft. Wenn der Zugang zu den relevanten Informationen nur nicht mühsam und Taubenpost-langsam wäre… 

Das amerikanische Tech-Unternehmen Cherre hat genau dafür eine führende KI-Lösung entwickelt. Es sammelt alle wichtigen Immobiliendaten und stellt sie den unterschiedlichen Akteuren des Immobiliensektors auf einer zentralen Plattform zur Verfügung. Die entdecken dort schnell, was sie suchen, denn alle Daten sind standardisiert und es gibt eine Filteroption. Und sie können auch eigene, interne Daten bei Cherre auf der Plattform hinzufügen.

Praxisbeispiel: eine smarte Plattform speziell für Immobilienentwickler

Um Immobilienentwickler noch gezielter zu unterstützen, entwickelte Cherre CoreConnect: eine Plattform nur für Entwickler. Die amerikanische Firma INFILL spezialisiert sich mithilfe der Plattform auf Grundstücke und Immobilien, die noch nicht auf dem Markt sind. In einer übersichtlichen Maptable oder per App durchlaufen die Kunden, hauptsächlich Immobilienentwickler, drei Schritte:

  1. Sie entdecken Immobilien, die noch nicht auf dem Markt sind und den eigenen Kriterien entsprechen.
  2. Sie tracken und bewerten die Umgebung der Immobilien.
  3. Sie kontaktieren die jetzigen Eigentümer und schlagen einen Deal vor.

INFILL hilft Immobilienentwicklern, dem Markt einen Schritt voraus zu sein und Grundstücke oder Immobilien zu erwerben, an die sie sonst nur schwer gekommen wären. Ein möglicher Nebeneffekt? Wenn KI-Lösungen wie CoreConnect es schaffen, den Vorsprung von gut vernetzten ‚Old Boys Networks‘ oder Familienunternehmen, die wertvolle Informationen oft als erstes bekommen, zu reduzieren, können sie zur Gleichberechtigung innerhalb der Branche beitragen. 

Bis jetzt ist Cherre hauptsächlich in den USA aktiv. Inwiefern strenge Datenschutzgesetze in Ländern wie Deutschland einen ähnlichen Informationsaustausch erlauben, wird sich zeigen. Bis dahin freuen wir uns einfach über diese tolle KI-Innovation, die für die Baubranche der Zukunft von großer Bedeutung sein kann.

Vorteile auf einen Blick

  • Zugang zu mehr und besseren Grundstücken und Objekten
  • Eine bessere Entscheidungsgrundlage: weniger Fehler durch hochwertige Informationen
  • Zufriedenere Eigentümer und Investoren

An alle Bauherren: Erweiterung des Zielmarktes mit KI

Zahlreiche Faktoren bestimmen, wie beliebt eine Immobilie ist. In einem typischen Familienviertel ist es z. B. wichtig, dass die Kinderzimmer nicht zu lärmbelastet sind, in einer aufstrebenden Gegend sollte die Fassade möglichst schick oder einzigartig ein. Die Zusammenhänge zwischen den Faktoren sind komplex und ständig im Wandel. Gesellschaftliche Entwicklungen und Trends wie klimaneutrales Bauen verändern die Wünsche aller Beteiligten und zwischen Planung und Inbetriebnahme kann alles schon wieder anders aussehen. Die Baubranche tut sich mit Veränderungen bekanntlich schwer und kann da kaum mithalten. 

Das Tech-Unternehmen Archilyse kann helfen, indem es Digitale Zwillinge für Immobilien erstellt. Diese Digitalen Zwillinge schaffen, was die einzelnen Akteure im Bauwesen nicht können: das geballte Wissen in optimale Lösungen umsetzen, und zwar für alle Beteiligten. Architekten können ihre Entwürfe verstärkt auf den Nutzer ausrichten, Bauherren können ihren Zielmarkt erweitern und Portfoliomanager können Verkaufspreise besser taxieren. 

Praxisbeispiel: faire Mieten für Studenten

Ein Bauträger von Studentenwohnungen wollte im Jahr 2020 alle Studios auf einer Geschossebene zum gleichen Preis vermieten. Die Wohnungen hatten nämlich einen fast identischen Grundriss und unterschieden sich scheinbar kaum. Mit Archilyse wurden Digitale Zwillinge der Studios erstellt: 300 Bewertungskriterien, wie die Tageslichtqualität, die Aussicht oder die genaue Positionierung im Wohnheim, zeigten, dass manche Wohnungen deutlich besser abschnitten als andere. Der Bauträger erstellte eine Rangordnung der verschiedenen Studios und passte die Mietpreise dementsprechend an. Der Zielmarkt konnte so erweitert werden und ein zusätzlicher Umsatz von über 3 % wurde realisiert. 

Inzwischen erreicht die Lösung eine Halbierung des Schätzfehlers bei Mietpreisen und um 5 bis 10 % höhere Mieterträge (ROI > 3.000 %). Außerdem gibt es eine Zeiteinsparung bei der Vermarktung (0,1 bis 0,2 min/m²), kann ordentlich CO2 eingespart werden (2kg/m²) und sind laut Studien bis zu 20 % höhere Profite möglich.

Es lohnt sich also, KI im Bauwesen einzusetzen, um die Bedürfnisse der verschiedenen Akteure und Nutzer im Immobiliensektor besser aufeinander abzustimmen. Wie sonst kann der Bausektor den immer komplexeren Anforderungen dieser Zeit gerecht werden?

Vorteile auf einen Blick

Archilyse bietet geeignete Lösungen für alle Akteure im Immobiliensektor, ob sie bereits digital arbeiten, oder noch nicht:     

  • Kosten und Renditen können besser berechnet werden
  • Ressourcen werden gespart
  • Ein wesentlicher Vorsprung in Architekturwettbewerben 
  • Außerdem: ein wichtiger Schritt in Richtung Bauwende, denn Archilyse unterstützt klimaneutrales Bauen
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Fazit: Wie sieht die Baubranche der Zukunft also aus?

Kostet die Verwaltung von Dokumenten immer mehr Zeit? Ist die Erstellung von Baustellenplänen einfach nicht effektiv genug? Verzögern Ihre Bauprojekte sich ständig? Spüren Sie bei Architekturwettbewerben immer öfter: da geht doch noch was, da haben wir Möglichkeiten verpasst? 

Dieser Artikel hat gezeigt, wie KI im Bauwesen dazu beitragen kann, anhaltende Probleme im Bausektor zu lösen und den Sektor auf die digitalen und nachhaltigen Anforderungen der Zukunft vorzubereiten. Von Plattformen, die alle wichtigen Daten an einem zentralen Ort speichern bis hin zu Digitalen Zwillingen von Baustellen in 3D-Format: KI kann Firmen genau da unterstützen, wo es am nötigsten ist.

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